Am Samstagmorgen, 06.03.2004 ging es für die rund 30 deutsche Swatch Club Mitglieder kurz nach dem ersten Frühstück in die Spiegelgasse Nr. 1 in Zürich. Zu dem historischen Ort in Zürich, wenn es um den Dadaismus geht.

In der Spiegelgasse 1, wurde am 05.02.1916 das Cabaret Voltaire gegründet. Die Swatch AG ist vorerst bis 2008 einer der Hauptsponsoren des Cabaret Voltaire.

Der Dada-Haus-Leiter Juri Steiner begrüßte die Swatch-Mitglieder und war erfreut darüber mit uns in Deutsch zu sprechen, da sein Englisch nicht das aller Feinste wäre. Er gab einen ersten Einblick in das Dada-Haus und stellte dann die Architekten vor.

Es erfolgte eine architektonische Einführung in das Cabaret Voltaire. Diesen fachlichen und leicht verständlichen Part übernahm der Architekt Mark Aurel Wyss. Er erklärte an Hand von Zeichnungen, wie das Cabaret Voltaire im Sommer 2004 aussehen wird.

Die Verantwortung für den Innenausbau im Cabaret Voltaire wurde bereits 2003 den Zürcher Architekten Rossetti + Wyss, durch die Stadt Zürich, übertragen.

Im Anschluss konnte man sich die Baustelle anschauen und bei einem Brunch im ersten Stock stärken. An Hand von Bildern und Wandgemälden konnte man sich darauf einstellen, was es hier im Sommer 2004 zu sehen sein wird. Eine DADAistische Untermalung in akustischer Form rundete diesen Brunch ab. Laut- und Simultangedichte, waren dabei vielleicht nicht jedermanns Sache.

Gegen 10:00 Uhr traf unser Stadtführer Hannes Glarner ein, um uns die wichtigsten Stationen der DADA Bewegung in Zürich zu zeigen.

Hannes Glarner, bekannt aus dem Züricher Kunsthaus, beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit DADA. Er wird im Sommer 2004 mit seinen Kollegen zur Eröffnung des neuen „Cabaret Voltaire“ erstmals „Dadü dada – die Rettung der Welt“ aufführen.

Hannes Glarner verstand es auf unterhaltsamer Art und Weise uns Unwissenden über den DADAismus aufzuklären. Wir hörten von Hugo Ball und Emmy Hennings aus München, Tristan Tzara und Marcel Janco aus Rumänien sowie Richard Huelsenbeck aus Berlin und dem Elsässer Hans Arp.

Hans Arp gehörte im Jahre 1919 zu den Aktivisten, die DADA auch nach Köln brachten.

Bei unserem Rundgang folgten wir den Spuren von Johann Caspar Lavatar und Johann-Wolfgang von Goethe. Wir sahen das Haus, in dem Georg Büchner am 19.02.1837 verstarb und das Haus, in dem Lenin in den Jahren 1916 – 1917, die russische Revolution vorbereitete.

Vorbei am Höllentor, von dem insgesamt fünf Kopien existieren, ging es vorbei an dem bekannten Café Odeon www.odeon-zuerich.ch.

Das Café Odeon war und ist schon immer ein Treffpunkt für Künstler. Damals tanzte dort auch Mata Hari in der oberen Etage.

Es ging weiter zu dem Denkmal von Hans Waldmann.

* Hans Waldmann, einer der historisch bedeutendsten Zürcher Bürgermeister wurde 1483 in sein hohes Amt gewählt und sechs Jahre später auf Druck der Bauern, die sich mit seinen Landreformen nicht anfreunden konnten, hingerichtet. Hermann Haller ist der Schöpfer der Bronzefigur.

Warum der Reiter aber nicht in Richtung des Züricher See blickt, wird bei den meisten Stadtführungen nicht verraten. Hannes Glarner konnte uns aber aufklären. Bei der Errichtung des Denkmals währte sich die Landbevölkerung dagegen, das der konservative Hans Waldmann in ihr Land schaut. Als Kompromiss wurde dann das Denkmal so aufgestellt, als würde der Reiter in die Stadt reiten.

Während dem gemeinsamen Spaziergang kreuzten sich immer wieder die Wege von DADA, mit denen der Schweizer Geschichte. Egal ob Paradeplatz oder Sprüngli Haus. Zu jedem Punkt hatte uns Hannes Glarner eine interessante Geschichte zu erzählen.

Aber Swatch Club Mitglieder wären keine wahren Swatch Fans, wenn sie nicht auch in der Bahnhofstraße den erst kürzlich eröffneten Store besucht hätten.

Voll gepackt mit vielen Andenken und natürlich diversen Swatch Uhren, ging es gegen 14:00 Uhr zurück zum Bus und die Heimreise wurde angetreten.

Alles in allem war es ein toller Event, den „Swatch The Club International“ unter der Leitung von Patrick Jaron, mit seinem Team auf die Beine gestellt hat.

Im Schweizer Fernsehen gab es in der Tagesschau einen Bericht zu dem Event vom Vorabend, bei dem leider Stimmen laut wurden, das DADA und Swatch nicht zusammen passen. „Dada ist Kunst und Swatch ein Produkt.“ So die Aussage, die ich nicht nachvollziehen kann. Denn Kunst ist auch ein Produkt das verkauft werden muss, um weiter bestehen zu können.

Den Bericht gibt es unter www.sfdrs.ch zu sehen.

Wie dem auch sei, persönlich war dieser Event für uns das Kennen lernen von alten und neuen Bekannten, eine Einführung in den DADAismus und das persönliche Treffen von Nick Hayek jr. (www.swatch.com) und dem Stadtpräsidenten von Zürich, Elmar Ledergerber, eine tolle Bereicherung.

Eine recht ausführliche Beschreibung der Anti-Kunstbewegung DADA, findet man unter www.mital-u.ch/Dada/.

Zürich ist immer eine Reise wert und einen weiteren Event mit Swatch The Club International werden wir bestimmt wieder einmal besuchen.

Quelle: * www.zurichtourism.ch

Bilder vom Tag in Zürich: